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Auszug aus der Eröffnungsrede im Künstlerforum Bonn zu der Ausstellung "GLÜCK'sWÜNSCHE" der Künstlergruppe "ConeXus" und Gästen
von Dr. Barbara Hausmanns

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Auf den ersten Blick scheint die Installation von Ebbe Burg ein typisches Männerglück zu symbolisieren. Der Steinmetz und Bildhauer setzt Straßenausschnitte mit echten Leitpfosten auf Paletten. Sofort assoziiert man Straßen natürlich mit Autofahren, der Freude aller wahren Männer. Doch das Idyll hat Risse: die Leitpfosten zeigen deutliche Gebrauchsspuren, die Grasnarbe ist ausgeschwemmt, der Asphalt nicht mehr perfekt in der Oberfläche. Straßen, zumal asphaltierte als großartige Erfindung der modernen Zivilisation umgeben uns fast überall. Sie sind Teil unseres Lebens, tausendfach genutzt, aber selten bewusst wahrgenommen. Sie sind anonym und austauschbar.
Ebbe Burg löst sie aus dem gewohnten Kontext, „er entzieht der Straße ihren tatsächlichen Sinn“, wie er selbst formuliert. So erst werden sie uns bewusst, ebenso in Momenten, wenn wir auf ihnen nicht mehr funktionieren, der so oft geäußerte Gruß „Gute Fahrt“ in seiner beschwörenden Kraft nicht geholfen hat. Dann wird aus der guten Fahrt der Weg ins Unglück – der Glückswunsch hat versagt. Ebbe Burg denkt den Wunsch nach Glück bis zum bitteren Ende, indem er ihn in der Banalität der alltäglichen Zivilisation scheitern lässt.

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